Oh, ich kleines naives Würstchen!


Wie schon mehrfach berichtet, arbeite ich seit einiger Zeit in der Waldheimat. Am 16.8. hatte ich nun mein erstes Probezeitgespräch, das insgesamt sehr positiv verlaufen ist. Während dieses Gesprächs tätigte ich die Aussage, dass das Johanneswerk im Allgemeinen und die Waldheimat im Besonderen ein wirklich guter Arbeitgeber sei, der sich um das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter kümmere, ihnen ein größtmögliches Mitspracherecht einräume, insgesamt gerade in der heutigen Zeit des Druck ausübens geradezu vorbildlich sei - mit Vorbildfunktion also. Diese einschleimenden, aber bis dahin dennoch ehrlich gemeinten Worte wurden von der anwesenden Bereichsleitung mit einem nicht zu geringen Maße der Genugtuung erhört.
Oh, ich kleines naives Würstchen!
Keine zwei Wochen später sollte ich 'zwangsversetzt' werden, ohne gefragt zu werden, ohne Mitsprache und vor allem ohne Sinn. Noch im Probezeitgespräch wurde von mir selber thematisiert, dass ich bisher keinerlei Erfahrung, geschweige denn Ausbildung in der Pflege habe. Und jetzt soll ich für zunächst einen Monat Dienst leisten auf einer Gruppe mit sehr hohem Pflegeaufwand. Nicht, dass ich grundsätzlich Berührungsängste hätte. Nein, überhaupt nicht. Aber eine Hilfe für den täglichen Gruppenbetrieb werde ich wohl kaum sein können. Außer man hat noch andere, bisher nicht angesprochene Dinge mit mir vor. Springer, ich hör' dir tapsen.
Dass nach dem neuen Dienstplan, den ich heute, immerhin zwei Tage vor Inkrafttreten, bekommen habe, meine drei-Tage-Woche auf eine knappe fünf-Tage-Woche 'erweitert' wurde, ist nur ein weiteres kleines Ärgernis. Nun ja, ich fahre ja gerne nahezu täglich die 60km für drei Stunden Dienst. Vom Verdienst kann ich dann ja zumindest knapp die Spritkosten decken.
Abschließend bleibt erstmal festzuhalten: die Waldheimat ist ein Arbeitgeber wie nahezu alle anderen auch. Mitarbeiter sind keineswegs Kapital im engeren betriebswirtschaftlichen Sinne, nein, sie sind Kostenfaktoren (vgl: Humankapital), die nach der Pfeife des Sklavenhalters Arbeitgebers zu pfeifen haben. Oh, ich kleines naives Würstchen!
Ach ja, hatte ich schon erwähnt, dass der Urlaub meiner 'regulären' Kolleginnen während der Herbstferien bisher kommentarlos noch nicht genehmigt wurde? Im Oktober, dann, wenn ich eigentlich wieder am ursprünglichen Einsatzort sein sollte (aber, blickend in die Glaskugel, bestimmt nicht sein werde).
Alles sehr demotivierend!
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